Almsaison – Ein besonderer Beginn

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Die Almsaison hat begonnen – für uns jedes Jahr ein ganz besonderer Moment. Unsere 47 Rinder verbringen den Sommer wieder auf unserer eigenen Saukogl-Alm. Am 24. April haben wir sie zu Fuß aufgetrieben. Heuer waren sie besonders flott unterwegs: In nur 1 Stunde und 35 Minuten haben wir den Weg vom Heimbetrieb bis hinauf zur Alm geschafft.

Doch so ein Auftrieb ist mehr als nur ein „Spaziergang“. Es ist eine Frage des richtigen Tempos. Gerade für die jungen Kälber ist das entscheidend. Durch den Gruppenzwang und ihren natürlichen Übermut kann es schnell passieren, dass sie sich überanstrengen. Deshalb braucht es ein gutes Gespür – für die Tiere, für die Strecke und für den richtigen Rhythmus. Umso schöner ist es dann, wenn am Ende alle gesund und wohlbehalten oben ankommen. Und genau so war es auch heuer.

Der Alltag auf der Alm

Mit dem Almauftrieb beginnt für mich eine ganz besondere Zeit. Täglich geht es hinauf zur Alm: kontrollieren, ob es allen gut geht, ob die Tiere ruhig sind, ob die Kälber genug Milch von ihren Ammenkühen bekommen. Diese Verantwortung gehört einfach dazu.

So oft es geht, machen Simba und ich den Weg zu Fuß. Um 5:00 Uhr früh starten wir. Diese Stunden am Morgen sind kaum zu beschreiben: der Sonnenaufgang über den Bergen, die klare Luft, die Stille. Und obwohl es immer derselbe Weg ist – er fühlt sich nie gleich an. Wenn man offen ist, im Kopf und mit den Augen, entdeckt man jeden Tag etwas Neues. Kleine Veränderungen, Lichtstimmungen, Geräusche – die Natur zeigt sich ständig anders.

Warum Almsaison so wichtig ist

Die Almsaison hat viele Gründe – und alle sind wichtig.

In erster Linie ermöglicht sie uns, die Flächen rund um den Heimbetrieb zu mähen und daraus hochwertiges Heu für den Winter zu gewinnen. Ohne diese Entlastung wäre eine nachhaltige Futterwirtschaft kaum möglich.

Für die Tiere selbst ist die Alm ein idealer Lebensraum:

  • viel Bewegung
  • frisches, vielfältiges Gras
  • kräuterreiche Weiden
  • und vor allem kühlere Temperaturen

Gerade die Temperatur spielt eine immer größere Rolle. Rinder geraten bereits ab etwa 20 Grad in Hitzestress. Das bedeutet: Sie brauchen mehr Energie, um ihre Körpertemperatur zu regulieren. Diese Energie fehlt dann für Wachstum, Fleischansatz oder Milchleistung.

Die Bedeutung der Hörner

Ein oft unterschätzter Punkt sind die Hörner. Für uns ist klar: Sie gehören zur Kuh.

Hörner sind nicht nur ein äußeres Merkmal – sie erfüllen eine wichtige Funktion im Organismus. Sie wirken wie Kühlrippen und helfen dem Tier, Wärme besser abzugeben. Das ist mittlerweile auch wissenschaftlich belegt. Schaut man in südlichere Länder, sieht man sofort: Kühe dort haben oft deutlich größere Hörner – ein klarer Vorteil bei Hitze.

Unsere Rinder tragen ihre Hörner – mit einer Ausnahme: Angus-Rinder und deren Kreuzungen. Diese Rasse ist seit den 1920er-Jahren genetisch hornlos. Interessant dabei: Es ist die einzige hornlose Rasse, die auch im Demeter-Verband anerkannt ist.

Mehr als nur Arbeit

Die Almsaison bedeutet Arbeit, Verantwortung und tägliche Wege. Aber sie ist auch viel mehr: eine Zeit der Verbindung – mit den Tieren, mit der Natur und auch mit sich selbst.

Jeder Schritt auf die Alm, jeder Blick über die Landschaft, jede Begegnung mit den Tieren erinnert daran, warum man das alles macht.

Und genau deshalb ist die Almsaison jedes Jahr aufs Neue etwas ganz Besonderes.

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